Smalltalk ─ Februar 2015 Damien Walken

 

Smalltalk mit Micha von Damien Walken aus Mannheim.

Bitte stellt euch kurz vor …

Wir sind Rosa (Katze) und Micha (Mensch). Beide aus Mannheim. Als Damien Walken gibt es uns seit Sommer 2013.

Woher bezieht ihr eure Inspiration?

Der Horizont ist bei uns recht klein gehalten: Musik und Film. Das beginnt in den späten 80igern und geht bis heute. Der Schwerpunkt liegt sicher in der Hardcore- und Punkszene. Da liegt definitiv unser Herz begraben. Aber die Schublade verlassen wir auch gerne in Richtung Hip Hop. Wir arbeiten gerne mit bereits existierenden Sachen, fügen hinzu, nehmen weg, ändern und freuen uns über Augenzwinkern und Lächeln innerhalb von oft festgefahrenem Szenendenken.

Arbeitet ihr in Kollaborationen? Sind welche geplant?

Was offizielles gab es bislang noch nicht wirklich. Ein Design für Bennett On (Produzent von Lance Butters) haben wir gemacht, ein Artwork für eine Hardcore Band namens Barren und Shirts für eine Hardcore Band namens Trainwreck. Eine volle Kollaboration würde ich das aber nicht nennen. Sonst gab es bislang nichts in die Richtung. Geplant ist auch nichts. Bei den Miniauflagen die DW macht ist eben auch immer die Frage des Aufwands und des Ertrags entscheidend. Ohne Beziehungen oder viel Klinkenputzen ist in diesem „Modedschungel“ da recht wenig zu machen. Künstler, welche in Frage kämen, haben halt auch ihre Preise entsprechend ihrem Aufwand und bei einer Stückzahl von z.b. 30 Shirts, die wir unter 20 Euro je Shirt halten wollen, ist das utopisch entsprechend zusammen zu kommen. Am Ende des Tages sind wir praktisch auf „Freeware“ angewiesen, welche uns jmd. (das Internet z.B.) zur Verfügung stellt, um daraus unsere Vision zu verwirklichen.

Wie wichtig ist Musik während der Arbeit an neuen Sachen?

Oh. Das ist eine gute Frage. Musik läuft immer wenn ich am arbeiten bin. Sie entspannt, reißt mit, beruhigt und lässt mich hier auch besser an einem Projekt verweilen. Oft ist das auch eine win/win Situation, da ich im Alltag gar nicht dazu komme, mir Alben anzuhören. Nach einer Nacht am PC schaffe ich mir die aber insgeheim auf meine innere Festplatte. Musik während einer Schaffensphase wirkt aber natürlich auch oft als Inspiration. Gerade wenn ich auch über die Songs hinaus an Artworks denke (z.B. bei The Blood Brothers, Since By Man, Deathwish Records).

Was läuft zur Zeit?

Jetzt grade während ich das hier tippe, höre ich Russian Circles. Den grandiosen Song „Schiphol“ vom Album „Empros“. Ansonsten habe ich diese Woche fast nur Rap gehört: die neue Deichkind, Zugezogen Maskulin, Kool Savas, Mobb Deep und eine Menge Instrumentals von DJ Premier.

Aktueller Antitrend?

Ich glaube da bin ich so gar nicht auf dem Laufenden. Ich bewege mich in einem unglaublich kleinen Kosmos bestehend aus meiner echten Arbeit und meinem Daheim. Ich kann dir nicht sagen, was man in Clubs oder auf Feiern trägt. In den letzten Jahren bin ich auch sehr viel lockerer geworden was diese Beurteilungs- und „No Go“ Mentalität betrifft. Sicher gibt es Sachen wo ich denke: „Wie kann man sowas nur für so viel Geld verkaufen und warum kaufen und liken das so viel Menschen“. Aber so ist das ja auf allen Ebenen. Wie man z.B. das Remake von Oldboy oder Karate Kid oder Florian Silbereisen oder Rosinen im Apfelkuchen gut finden kann… das werde ich nie verstehen – aber ich nehme es hin. Auf dem „Modesektor“ ist das auch so.

Viele sind genervt von Trends, aber sind selbst darin gefangen. So wie Leute die sich darüber aufregen, dass Samstags die Discounter immer so voll sind, aber gerade selbst am einkaufen sind. Ich finde z.B. nicht jeden Trend automatisch Müll. Es gibt da draußen einfach Sachen, die sind nun mal zeitlos geil. Sicher überlege ich heute zwei Mal ob ich mein Joy Division oder RUN DMC Shirt trage, aber am Ende: drauf geschissen. Das bin ich. Das mag ich, das trag ich.

Was mich vielleicht etwas nervt, ist die Tatsache, dass die Leute ihre Antitrends nicht selbst leben. Viele suchen nach Individualität und wollen weg von H&M oder überteuertem Einheits-Merchandise, aber sie schöpfen nicht aus der Masse an Labels die es gibt, weil sie sich ihr individuelles Dasein nicht so hart erarbeiten wollen und/oder weil ihnen Preise nicht passen. Keiner sieht den Aufwand hinter 30 Shirts. Von der Idee bis zum – in den Händen halten. Ich wünsche mir dass die Leute ihre eigenen Antitrends mit Mut endlich durchziehen. Für mich persönlich gibt es keinen direkten Antitrend. Selbst Dreiecke, „X“e und Jacob Bannon Artworks können mir noch gefallen.

Guten Kram den man kennen sollte?

Schwierig. Mit Labels halte ich es wie mit Bands. Die Shirts allein reichen mir nicht immer aus. Was steht dahinter, wer sind diese Leute, warum machen die das, wie machen die das? Ein Bruchteil davon hätte ich gerne geliefert oder ich muss die Attitüde fühlen. Bei Großkonzernen geht das leider kaum. Da muss ich Abstriche machen. Da ich auch hier nicht unbedingt besonders in der Materie bin, kann ich nur bedingt Namen nennen. Über die Jahre fand ich immer Sachen von Wemoto gut. Seit einiger Zeig mag ich auch KOLOSS aus Münster sehr und Wir Sind Die Toten aus Mannheim machen auch einen guten Job.

Gute Blogs die man besuchen sollte?

Da bin ich völlig raus und kenne mich null aus. Ich behaupte aber mit einem Augenzwinkern, dass du das gut machst (auch wenn es diese Tasse nicht mehr gibt!).

Anmerkung: Die Tassen sind wieder erhältlich. :)

Euer Bestseller?

Das „Clan Division“ Shirt (Frag mich nicht, warum da „lady-cuts“ dabei steht)

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